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Nachfrage-Typologie (fünf Typen)

Diagnose-Raster, das Nachfrage nicht binär (erzeugt vs. geerntet), sondern in fünf Typen einordnet: erzeugt, geerntet, regulatorisch erzwungen, Produkt-als-Motor (PLG) und B2B2C-Dual-System. Jeder Typ hat eine andere Folge für Verteidigbarkeit und den passenden GTM-Kanal.

Wann Sie diese Methode brauchen

Sie bewerten eine B2B-Software-Firma, die eigene oder eine fremde und die Wachstumszahlen sagen nichts darüber, wie belastbar die Nachfrage dahinter ist. Ob Nachfrage selbst erzeugt, nur abgegriffen, gesetzlich erzwungen oder vom Produkt selbst generiert wird, verändert die strategische Lage grundlegend, wird aber selten sauber unterschieden.

Vorgehen

  1. 1Die Nachfrage der Firma einem der fünf Typen zuordnen: erzeugt (eigene Kategorie/Content schafft Pull), geerntet (bestehende Nachfrage wird abgegriffen), regulatorisch erzwungen (Gesetz/Stichtag), Produkt-als-Motor (das Produkt erzeugt seine eigene Pipeline) oder B2B2C-Dual (zwei gekoppelte Nachfragen).
  2. 2Die Verteidigbarkeits-Folge des Typs ableiten: Erzeugte Nachfrage ist der stärkste Graben; geerntete ist für sich keiner; erzwungene ist Nachfrage-, nicht Positions-Stärke.
  3. 3Bei regulatorisch erzwungener Nachfrage zusätzlich den Regulatorik-Dichte-Test anwenden.
  4. 4Bei Dual-Systemen beide Nachfrageseiten getrennt bewerten, statt sie in einer Note zu verschmelzen.
  5. 5Den GTM-Kanal aus dem Typ ableiten, etwa Stichtags-Ernte bei erzwungener Nachfrage, Retention-first bei Produkt-als-Motor.

Typische Anwendung

Ein typischer Fall: Zwei B2B-SaaS-Firmen wachsen mit ähnlichen Raten. Die Typologie zeigt den Unterschied: Die erste erntet bestehende Nachfrage über bezahlte Kanäle, ihr Wachstum ist gekauft und endet mit dem Budget. Die zweite hat einen Free-Tier, über den Nutzer das Produkt in ihre Organisationen tragen. Das Produkt selbst ist der Motor der Pipeline. Gleiche Wachstumszahl, völlig unterschiedliche Verteidigbarkeit und völlig unterschiedliche nächste Schritte.

Grenzen und Gegenindikationen

Die Typologie ist eine Convios-eigene Erweiterung der Walker-Unterscheidung aus der eigenen Scan-Praxis und nicht unabhängig validiert. Firmen mischen in der Realität mehrere Typen; die Zuordnung verlangt Urteilsvermögen und Einblick in die tatsächlichen Kanäle. Sie beschreibt die Nachfrageseite und ersetzt keine Analyse von Monetarisierung oder Ökonomik.

Woran Sie Wirkung messen

Geeignete Beobachtung: die Verteilung des Neugeschäfts auf die Nachfrage-Typen, etwa der Anteil der Pipeline, der ohne bezahlte Kanäle oder Stichtagsdruck entsteht.

Verwandte Methoden

Quellen

Zu dieser Methode liegt keine externe Quelle vor. Sie gehört zum Convios-Methodenbaukasten und ist in Mandaten entstanden.

Ursprung: eigen

Quellenart: Convios-Praxisrahmen (interne Quelle) · Convios-Praxisrahmen: Nachfrage-Typologie (fünf Typen) · Dr. Oliver Gausmann, Convios GmbH · Convios GmbH (Mandatsarbeit)

Evidenz: Convios-Praxisrahmen aus eigener Mandatsarbeit. Nicht extern belegt. Beispiel und Kennzahl stammen aus anonymisierter Praxis.

Zuletzt geprüft: 2026-07-25 von Dr. Oliver Gausmann

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